Editorial 2026-2 Jetzt erst recht:
Engagement für Jugend und Vielfalt

Liebe Mitglieder & Freunde,
 

Es ist Frühling, die Sonne scheint und Hamburg zeigt sich von seiner besten Seite. Wir haben für das 2. Quartal ein tolles Programm zusammengestellt, darunter natürlich auch einige attraktive Outdoor-Aktivitäten. Es gibt also allen Grund, optimistisch zu sein – und doch ist mein Gemüt eingetrübt.

Kriege, Konflikte, Katastrophen weiten sich aus, es drohen neue Flüchtlingsströme. Vernunft und Verträge gelten nichts mehr, es herrscht das Gesetz des Stärkeren und wir fallen auf das frühe Mittelalter zurück. Ich weiß: Das Völkerrecht ist nicht der Weisheit letzter Schluss und so mancher Diktator verschanzt sich hinter diesem Schutz, um sein Volk zu unterdrücken. Aber es gibt zurzeit (leider) nichts Besseres, und wir sollten alles daran setzen, Rechtssicherheit wenigstens zwischen Nationen, Völkern und Kulturen wieder herzustellen.

Wir in der AGIJ tun im Kleinen das, wovon sich die „Großen“ eine Scheibe abschneiden könnten. Seit über 30 Jahren arbeiten wir für Toleranz, Völkerverständigung und Integration. Apropo Integration: Dass gerade in der jetzigen Zeit die Angebote für geflüchtete junge Menschen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gekürzt werden sollen, ist nun wirklich der ganz falsche Weg. Wir haben dazu eine Stellungnahme gemacht, die wir hier auf der Website veröffentlichen. Dass auch weiterhin viele junge Menschen, die unbedingt Deutsch lernen wollen, keinen Platz in Deutschkursen bekommen und dass die Anerkennung internationaler Bildungsabschlüsse immer noch so kompliziert und langwierig ist, ist wahrlich kein Ruhmesblatt bundesdeutscher Bildungspolitik. Vom Arbeitsverbot für Asylbewerber wollen wir erst gar nicht reden. Da schüttelt nicht nur Handwerk und Mittelstand, auch die gesamte Wirtschaftselite nur noch den Kopf.

Aber es gibt Gott sei Dank auch positive Früchte unserer langjährigen Bemühungen. Eines ist in jedem Fall die Unterstützung von Jugendgruppierungen, die sich auf den langen Weg zur formalen Anerkennung  als staatlich anerkannter Jugendverband befinden. 15 Mitgliedsvereine haben sich an diesem Projekt zur  „Stärkung der Selbstorganisation von Jugendmigrantenorganisationen“ beteiligt. Musik, Bildungsreise, Empowering, Ernährung, Kultur, Sport,  Konzerte – von allem ist etwas dabei und das auf einem wirklich beachtlichen Niveau.  Wir gewinnen und motivieren durch dieses Projekt engagierte Jugendliche. Dank an das Jugendamt für diese Förderung.

Wir verfolgen intensiv die internationale Diskussion um das Social-Media-Verbot und haben dazu eine differenzierte Meinung. Es wird wirklich viel Unfug damit getrieben und hier muss der Staat Grenzen setzen. Warum das nicht schon längst geschieht, ist uns schleierhaft. Wir nutzen die sozialen Medien primär, um über unsere Arbeit zu informieren, Aktivitäten anzukündigen und uns unkompliziert auszutauschen.  Aber wir setzen natürlich auch andere Medien ein, wie z.B. diese Website. Kontakte bauen und pflegen wir  vor allem direkt und persönlich. Das ist der freundlichste  und auch effektivste „Kanal“ in der Jugendarbeit.

So haben wir durch unseren „Tag der Offenen Tür“ im November vergangenen Jahres neue Jugendliche für die Jugendarbeit gewinnen können. Wir präsentierten die Bandbreite unserer Arbeit und zeigten einigen Ausschnitte aus der sportlichen und kulturellen Arbeit des Dachverbandes und der Mitgliedsverbände. Alles ganz analog. Einen Eindruck von der Veranstaltung bekommt ihr auf dem Galerie-Beitrag unter der „Kategorie Berichte, Bilder & Videos“.

Noch etwas zum Schluss: Unsere Kontakte zur Hamburger Politik haben wir durch die viele Arbeit ein wenig vernachlässigt. Das wollen wir ändern. Und werden uns in nächster Zeit mit Politikern verschiedener Parteien aus dem Spektrum Jugend, Schule, Migration, Kultur, Bildung treffen und austauschen. Es ist uns wichtig, dass die politischen Entscheidungsträger einen direkten Eindruck von unserer Arbeit und unseren Vorstellungen bekommen. Damit haben wir in der Vergangenheit (fast) immer gute Erfahrungen gemacht.

So, für heute möchte ich mich verabschieden. Wir freuen uns, Euch bei unseren zahlreichen und abwechslungsreichen Aktivitäten im 2. Quartal 2026 begrüßen zu können. Gedruckte Programm-Flyer gibt es noch reichlich im Büro der AGIJ. Ausführlich wird wie immer jede Aktivität hier auf der Website vorgestellt. Wenn ihr Fragen oder Vorschläge habt, ruft einfach im Büro an.

Bis bald bei einer unserer Kurse, Workshops oder Veranstaltungen

Herzlichst – Eure Gabriela (1. Vorsitzende)
Hamburg,  1. April 2026