Editorial 2026 | 1 Jugendbildung im Dienste von Recht, Gesetz und Frieden

Liebe Mitglieder & Freunde,

ein Frohes und erfolgreiches Neues Jahr wünschen wir Euch und euren Verbänden. Es sind schon eine Reihe von geplanten Projekten und Ideen aus den Mitgliedsvereinen bei uns eingetroffen und wir werden zusammen mit den Aktivitäten des Dachverbandes bestimmt wieder ein tolles Jahresprogramm rund um die AGIJ auf die Beine stellen.

Besonders freuen wir uns, dass wir einigen sehr engagierten Gruppen helfen konnten (und auch weiterhin können), für ihre Projekte Unterstützung vom Jugendamt zu bekommen – auch wenn sie sich erst noch auf dem Weg zum staatlich anerkannten Jugendverband befinden. Damit ist ein lang geplantes Vorhaben, was sich im Übrigen mit den Forderungen des Jugend- und Kinderbericht der Bundesregierung deckt, Wirklichkeit geworden. Ein sinnvoller Schritt zur Überwindung bürokratischer Hürden zugunsten ehrenamtlicher Jugendarbeit. Danke auch an die MitarbeiterInnen in der Behörde, die unser Anliegen unterstützt haben.

Wir haben schon vor Weihnachten den Flyer unseres Quartalprogramms auf der Homepage veröffentlicht, darüber hinaus sind einige Tausend Printexemplare an über 400 Schulen, Vereine und sonstige Institutionen postalisch unterwegs. Die Wochenkurse aus dem letzten Quartal werden bis auf wenige Änderungen weitergeführt, unter den Einmal-Events findet sich wieder eine bunte Mischung an Bildungs-, Kultur- und Freizeitveranstaltungen. Die rein sportlichen Events sind in der kalten Jahreszeit immer etwas reduziert, aber wer möchte, der kann neben dem Schlittschuhlaufen in Planten&Blomen, dem Zumba- und Modern-Tanzworkshops natürlich auch an unserem Wochenkursen wie dem Thai-Boxen, den Folkloretänzen und dem Schwimmkurs teilnehmen. Großen Wert legen wir bei unserem gesamten Angebot auf Sprache, Bildung, schulische und berufliche Perspektiven. Und natürlich auch auf die Entwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit.

In diesen Kontext fällt auch der Februar-Workshop „Richtig streiten“. Dass es im Privaten, im Beruflichen und auch im Vereinswesen mal richtig „krachen“ kann – das ist ganz normal, wer kennt das nicht. Aber wichtig ist: Das es friedlich zugeht, dass man Argumente austauscht, dass man dem anderen zuhört, dass man lösungsorientiert diskutiert und dass man zu einer Einigung kommen will. Dabei spielt das Wort „Kompromiss“ eine Schlüsselrolle.

Doch wie sollen wir Jugendlichen auf dieses Rollenverständnis überzeugend vorbereiten, wenn in der „großen Politik“ genau das Gegenteil praktiziert wird? Menschenrechte, Völkerecht? War da eigentlich was?  Überall herscht das Recht des Stärkeren statt die Stärke des Rechts. Es scheint, als ob wir uns wieder am Anfang des Mittelalters befinden. Doch selbst damals gab es schon viele Versuche, berechtigte Ansprüche in geordneten Verfahren beizulegen und die Ausübung des Faustrechts zeitlich und räumlich einzuhegen. Wir sehen zur Zeit genau das Gegenteil.

Die große Weltpolitik können wir leider nicht direkt beeinflussen. Aber was wir machen können: Haltungen, Meinungen, Einstellungen für den Erhalt von Demokratie und Rechtsstaat zu formen und ein Bewusstsein dafür zu bilden, wie man Konflikte im privaten wie öffentlichen Raum in friedliche Bahnen lenkt. Wenn viele dabei mithelfen, werden Menschen an Überzeugung, Mut und Kraft gewinnen, werden ihre Stimme erheben, und die Verantwortlichen in der Politik drängen, das zu tun, was in ihren eigenen Verfassungen steht – und worauf sie geschworen haben. Wir jedenfalls wollen unseren Beitrag leisten, dass Jugendliche ihre berechtigten Interessen in friedlicher Weise, lösungsorientiert und kompromissbereit vertreten und diese Haltung selbstbewusst an andere weitergeben.

In diesem Sinne – und in der Hoffnung auf Einsicht bei den Entscheidern der Weltpolitik und im bescheidenen, aber steten Ringen um eine bessere Zukunft dieser Welt – verbleibt

Herzlichst – Eure Gabriela (1. Vorsitzende)
Hamburg, 10. Januar 2026